Konzeption und Leitgedanken der Rehbergschule Llimburg

 

„Wer bin ich, wenn ich nirgendwo dazugehöre?“
(Rahel Varnhagen)

Konzeption unserer Schule mit der besonderen Ausrichtung
auf die Bedingungen der psychiatrischen Tagesklinik.

(Auszüge)

Eine Konzeption ist auch eine Grundidee, die es immer wieder zu überprüfen gilt. Insofern ist dies eine Momentaufnahme im Prozess und im Bemühen, die Qualität unserer Arbeit weiterhin zu verbessern.

Individuelle pädagogische Zuwendung

Pädagogische Grundsätze und Ziele Interdiziplinäre Zusammenarbeit Sozialkompetenz fördern Schweigepflicht Regelmäßige Situationsanalyse
Eine Konzeption ist auch eine Grundidee, die es immer wieder zu überprüfen gilt. Insofern ist dies eine Momentaufnahme im Prozess und im Bemühen, die Qualität unserer Arbeit weiterhin zu verbessern.
Aufgrund ihrer krankheitsbedingten Situation können die Schülerinnen der Schule für Kranke (SfK) ihre Stammschulen in dieser Zeit nicht besuchen. Andere Patientinnen der Tagesklinik benötigen indessen möglicherweise pädagogische Unterstützung, Vorbereitung und Begleitung durch die SfK für den Besuch an ihren Stammschulen.

Während ihres Aufenthaltes befinden sich die Schülerpatientinnen in einer persönlichen und emotionalen Ausnahmesituation und bedürfen daher einer besonderen pädagogischen Zuwendung, Begleitung und Förderung. Der Unterricht findet folglich in Kleingruppen, aber auch in Einzelsituationen statt, angepasst an die aktuelle individuelle Belastungsfähigkeit, bzw. gesundheitlichen Umstände. Die Kinder und Jugendlichen werden sowohl inhaltlich als auch sozial individuell gefördert und angenommen. Ihr Wert als Mensch soll spürbar empfunden und vermittelt werden, wonach jeder ein wichtiger Teil der Gemeinschaft ist („Wer bin ich, wenn ich nirgendwo dazugehöre?“,Varnhagen)
In ihrem Schulprogramm hat die Rehbergschule bereits folgende pädagogische Grundsätze und Ziele eindeutig beschrieben:

Pädagogische Grundsätze und Zilee

Die Rehbergschule als Schule für Kranke an einer Kinder- und Jugendpsychiatrie will den besonderen pädagogischen Förderbedarf der psychisch erkrankten Schülerinnen wahrnehmen und ihm entsprechen. Die dazu erforderliche sonderpädagogisch orientierte Unterrichtsgestaltung bezieht eine den Unterrichtsprozess begleitende pädagogische Diagnostik ein, die sich sowohl auf Lern- und Leistungsverhalten als auch auf die soziale Integration in die Lerngruppe bezieht.

Die Aufmerksamkeit der Lehrerinnen gilt deshalb der Begleitung ihrer Schülerinnen in ihrer speziellen psychischen Notsituation und der Entfaltung ihrer Kreativität und Potentialität im Rahmen schulischen Lernens. Oberstes Ziel ist entsprechend der KMK-Empfehlung vom 20.03.1998 „die Gestaltung von Lernsituationen, die geeignet sind, das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl unter Anerkennung individueller Leistungsmöglichkeiten und - grenzen zu stärken und Handlungsmöglichkeiten der Schülerinnen auszuschöpfen und zu erweitern.“

Auch wenn fächerorientierte Lernziele angestrebt werden, wird von einem ganzheitlichen pädagogischen Ansatz ausgegangen, der die gesamte Schülerperson in ihrer momentanen Verfassung annimmt und begleitet. Personenorientierung, angstfreies und von guter Beziehung geprägtes Lernklima, die Stärkung der gesunden Anteile sind Kennzeichen dieser besonderen Förderung kranker Kinder und Schülerinnen. Schwerpunkt der Rehbergschule ist in diesem Kontext die interdisziplinäre Zusammenarbeit im klinischen Team. In wöchentlichen Koordinationskonferenzen und Behandlungsplanungen auf den einzelnen Stationen werden Lehrerbeobachtungen, pädagogische Überlegungen und Ergebnisse, Erfahrungen aus den Begegnungen mit den Schülerinnen weitergegeben, der Bereich der schulischen Entwicklung im Zusammenhang den therapeutischen Angeboten der Klinik reflektiert. Als Interim-Schule hat die Rehbergschule einen Beratungsauftrag gegenüber Lehrerinnen der Stammschulen oder aufnehmenden Schulen, den Personensorgeberechtigten, den Jugendämtern und den Klinikmitarbeiterinnen für die nachstationären Möglichkeiten schulischer Betreuung oder Berufsorientierung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Da die SchülerInnen lediglich tagesklinisch betreut werden, halten sie sich zudem im privaten Umfeld auf. Folglich ist für die SfK, Limburg der Kontakt und die Zusammenarbeit in besonderer Weise auch mit den Eltern zu pflegen. Darüber hinaus hält die SfK eine enge Kooperation und Austausch mit Pflegepersonal, Ärztinnen/Ärzten, den Herkunftsschulen und Jugendämtern.
Die Schule für Kranke, als Interim- Schule, begleitet den

Übergang in den Regelschulbereich. Eine Lehrperson ist daher „fallbeauftragt“ und unterstützt bzw. organisiert den Reintegrationsprozess unter Berücksichtung der kollegialen Kooperation im multiprofessionellen Team.

In Schul-Netzwerk-Gesprächen wird über die weitere Schullaufbahn beraten. Daran teilnehmen wird je nach Erfordernis neben Schülerin, Eltern, Lehrer, Schulleitung und Vertreter der Stammschule, auch die therapeutische Seite sowie Sozialhelfer und Mitarbeiter des Jugendamtes.

Sozialkompetenz fördern

Da sich einige Schülerinnen nach stationärem Klinikaufenthalt möglicherweise in einer abgestuften Krankheits- und Übergangssituation befinden, soll, neben schulisch-inhaltlicher Förderung, Entwicklung von Lernkompetenzen, besonderer Schwerpunkt auf die soziale Stabilisierung gelegt werden. Angemessene Selbsteinschätzung, Selbstwertgefühl sowie nötige Gruppenfähigkeit (Sozialkompetenzen) sind als wesentliche Voraussetzung für den Regelschulübergang anzustreben. Immer wieder wird dabei gründliche Beobachtung und Reflexion im Helferteam von Bedeutung sein, damit die Reintegration in den Regelschulbereich möglich werden kann.

Schweigepflicht

Eltern bzw. Personensorgeberechtigte sollen in ihrer Verantwortung entsprechend wahrgenommen und gewichtet sein. Eine gesonderte Schweigepflichtsentbindung auch gegenüber sonstigen Behörden (z.B. Jugendamt) ist von Personensorgeberechtigten hierbei zu unterzeichnen.


Regelmäßige Situationsanalyse

In wöchentlichen Koordinationskonferenzen werden organisatorische und terminliche Abstimmungen mit der Tagesklinik getroffen wie auch aktuelle Ereignisse und Abläufe erörtert. Beobachtungen und Erfahrungen zu einzelnen Schülersituationen, pädagogische und therapeutische Einsichten und Überlegungen tauschen die Beteiligten von Klinik und Schule dort sowie in regelmäßig stattfindenden:

Rehbergschule Herborn
  Außenstelle Limburg

Saarlandstrasse   2 65549 Limburg

Ansprechpartner
Frau Eva Wilhelmi

06431 - 2 18 96 20
06431 - 5 90 68 86
leitung.limburg@rehbergschule.de

 

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