Schulprogramm der
Rehbergschule Herborn


Leitbild der Rehbergschule Herborn


Das Leitbild charakterisiert das Selbstverständnis unserer Schule. Es beschreibt die Ziel- und Wertvorstellungen der Rehbergschule und soll uns als Wegweiser für das Miteinander aller beteiligten Menschen innerhalb der Schulgemeinschaft dienen.

Wir nehmen die Kinder und Jugendlichen als Persönlichkeit ernst und wollen, dass sie sich selbst als Persönlichkeit wahrnehmen. In einer schwierigen und belasteten Lebenssituation wollen wir durch schulische Kontinuität Normalität wahren.

Wir treten für ein offenes, angstfreies und gewaltfreies Miteinander ein. Dabei bemühen wir uns, gemeinsam und konstruktiv, die psychisch kranken Kinder und Jugendlichen auf ihrem schulischen Weg unterstützend zu begleiten, um sie auf ihren Platz in der Gemeinschaft vorzubereiten.

Leitsätze

Das Leitbild wird im Einzelnen durch die folgenden Leitideen und Leitsätze bestimmt:

Schule

- Wir berücksichtigen, dass unsere Schüler Patienten sind.
- Unsere Schule ist daher ein Ort sonderpädagogischer Förderung.
- Wir helfen unseren Schülerinnen bei der Findung ihres schulischen Standortes.
- Wir wollen Interesse und Freude am Lernen erhalten und wecken.
- Wir bemühen uns um ein offenes, ganzheitliches und angstfreies Schul- und Lernklima für
  die Schüler der Rehbergschule.

Kollegium

- Jede(r) bemüht sich, zu einem konstruktiven Miteinander beizutragen, das sich positiv auf die Schule
  auswirkt.

Rahmenbedingungen

- Wir streben die bestmögliche sachliche und personelle Ausstattung an.

Schulische Mitwelt

- Schule und Klinik arbeiten berufsspezifisch zum Wohl der kranken Schüler zusammen.
- Unsere Schule arbeitet eng mit den abgebenden und aufnehmenden Schulen zur Integration
  bzw. Reintegration der kranken Schüler zusammen.
- Wir sind bemüht, die Personensorgeberechtigten bei schulischen Fragestellungen beratend
  zu unterstützen.
- Wir kooperieren mit Jugendämtern der Städte und Landkreise in Bezug auf stationäre,
  teilstationäre und ambulant zu beschulende Schülerinnen.

Pädagogische
Grundsätze und Ziele

Die Rehbergschule als Schule mit dem Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler an einer Kinder- und Jugendpsychatrie will den besonderen pädagogischen Förderbedarf der psychisch erkrankten Schüler wahrnehmen und ihm entsprechen.

Die dazu erforderliche sonderpädagogisch orientierte Unterrichtsgestaltung bezieht eine den Unterrichtsprozess begleitende pädagogische Diagnostik ein, die sich sowohl auf Lern- und Leistungsverhalten als auch auf die soziale Integration in die Lerngruppe bezieht.

Die Aufmerksamkeit der Lehrer gilt deshalb der Begleitung ihrer Schüler in ihrer speziellen psychischen Notsituation und der Entfaltung ihrer Kreativität und Potentialität im Rahmen schulischen Lernens. Oberstes Ziel ist entsprechend der KMK-Empfehlung vom 20.03.1998 „die Gestaltung von Lernsituationen, die geeignet sind, das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl unter Anerkennung individueller Leistungsmöglichkeiten und -grenzen zu stärken und Handlungsmöglichkeiten der Schülerinnen auszuschöpfen und zu erweitern."

Auch wenn fächerorientierte Lernziele angestrebt werden, wird von einem ganzheitlichen pädagogischen Ansatz ausgegangen, der die gesamte Schülerperson in ihrer momentanen Verfassung annimmt und begleitet. Personenorientierung, angstfreies und von guter Beziehung geprägtes Lernklima, die Stärkung der gesunden Anteile sind Kennzeichen dieser besonderen Förderung kranker Kinder und Schüler. Schwerpunkt der Rehbergschule ist in diesem Kontext die interdisziplinäre Zusammenarbeit im klinischen Team. In wöchentlichen Koordinationskonferenzen und Behandlungsplanungen auf den einzelnen Stationen werden Lehrerbeobachtungen, pädagogische Überlegungen und Ergebnisse, Erfahrungen aus den Begegnungen mit den Schülern weitergegeben, der Bereich der schulischen Entwicklung im Zusammenhang mit den therapeutischen Angeboten der Klinik reflektiert. Als Interim-Schule hat die Rehbergschule einen Beratungsauftrag gegenüber den Lehrern der Stammschulen oder aufnehmenden Schulen, den Personensorge-berechtigten, den Jugendämtern und den Klinikmitarbeitern für die nachstationären Möglichkeiten schulischer Betreuung oder Berufsorientierung.

 

 

 

 Die Organisation der Rehbergschule

1. Wo kommen unsere Schüler her?

 

 

Die Rehbergschule in Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen besteht seit 1976. Als Schule mit dem Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler ist sie in erster Linie zuständig für die ca. 90 stationären und teilstationären Patienten der VITOS Klinik Rehberg (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters) in Herborn. Seit dem 01. August 2005 werden an unserer Schule auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages zwischen dem Lahn-Dill-Kreis und dem Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) fünf Plätze für ambulante Schülerinnen und Schüler vorgehalten. Hinzu kommen zwei weitere Plätze für Schüler aus angrenzenden Landkreisen. In unseren an die Tageskliniken angegliederten Außenstellen in Limburg und Wetzlar werden jeweils 15 Schüler aus dem näheren Einzugsgebiet unterrichtet.

Eine Aufnahme in die Klinik/Rehbergschule erfolgt grundsätzlich unabhängig vom Wohnort nach rein inhaltlichen Kriterien. In der Notfallversorgung werden jedoch in der Klinik und somit auch in der Rehbergschule Patienten nur aus folgenden Kreisen aufgenommen: Lahn-Dill-Kreis, Kreis Limburg-Weilburg, Main-Kinzig-Kreis, Westerwaldkreis, Kreis Altenkirchen, Kreis Siegen-Wittgenstein.

Das heißt: Sie kommen in der Regel aus den Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

2. Warum sind unsere Schüler bei uns?

In den letzten 30 Jahren hat sich die VITOS Klinik Rehberg von einem Krankenhaus für geistig behinderte Kinder und Jugendliche zu einem Krankenhaus für psychische und psychosomatische Störungen im Kindes- und Jugendalter weiterentwickelt. Entsprechende Krankheitsbilder finden sich deshalb in der Schülerpopulation wieder.

-       Essstörungen
-       Hyperkinetische Syndrome
-       Spezifische emotionale Störungen wie Ängste, Schulphobien, Mutismus, Hospitalismus, Beziehungsschwierigkeiten
-       Störungen des Sozialverhaltens
-       Anpassungsreaktionen wie Trauer-, Trennungs- und depressive Reaktionen
-       Psychosen
-       Persönlichkeitsstörungen
-       Neurotische Störungen
-       Spezielle Symptome wie Sprechstörungen, Tics, Schlafstörungen, Einnässen, Einkoten, Schmerzen

3. Aus welchen Schulen kommen unsere Schüler?

Die Rehbergschule nimmt nach medizinischer Abklärung der Belastbarkeit schulpflichtige Schüler aus allen Schulformen und Schulstufen auf. (Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule, Gymnasium, Berufs- und Berufsfachschule). In EinzelfäIIen werden nach Konferenzbeschluss nicht mehr schulpflichtige Patienten aufgenommen.

4. Wie lange sind unsere Schüler bei uns?

Die Verweildauer der Schüler ist unterschiedlich. In der Regel wird von einem ca. 6 bis 8-wöchigen klinischen Diagnostik-Aufenthalt ausgegangen, an den sich im Bedarfsfall eine längerfristige therapeutische Behandlung anschließt. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 3 Monaten, kann in besonderen Fällen aber bedeutend länger sein. Im Falle von Kriseninterventionen und Intervallbehandlungen beschränkt sich der Aufenthalt auf wenige Tage.

5. Wie organisieren wir unseren Unterricht?

Nach Anmeldung durch den fallverantwortlichen Klinikmitarbeiter werden die Schüler in einer ihrer Leistungsstufe entsprechenden Lerngruppe aufgenommen (Kernunterricht).

Nach einer einwöchigen Beobachtungszeit entscheidet die Koordinationskonferenz (wöchentlich     stattfindende Besprechung des Lehrerkollegiums und Vertretern der Stationsleitung) über einen den Kernunterricht (Deutsch, GL, Biologie, Kunst) ergänzenden Fachunterricht durch Fachlehrer (Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, LRS, Dyskalkulie, Französisch).

Außerdem ermöglichen wir eine freiwillige Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften oder Projekten:

•    Gitarren-AG,
•    Band-AG,
•    Darstellendes Spiel
•    Schülerzeitung
•    Video-/Foto-AG (je nach Angebot und Nachfrage)
•    EDV-AG / IT (Website)
•    Betriebspraktikum Fa. Rittal
•    Fair Trade
•    Klettern
•    Näh-AG
•    Wald-AG

Die Wochenstundenzahl richtet sich zum einen nach der Belastbarkeit der einzelnen Schüler, zum anderen nach der personellen Kapazität der Schule.
Sie liegt in der Regel zwischen 10 und 25 Wochenstunden.   

Unterrichtszeiten:

1. Stunde     08:00 Uhr    -   08:40 Uhr
2. Stunde     08:40 Uhr    -   09:20 Uhr
3. Stunde     09:40 Uhr    -   10:20 Uhr
4. Stunde     10:20 Uhr    -   11:00 Uhr
5. Stunde     11:10 Uhr    -   11:50 Uhr
6. Stunde     11:50 Uhr    -   12:30 Uhr

Schüler, die zu Pausenzeiten Schulschluss oder eine Freistunde haben, gehen auf ihre Stationen, die anderen verbringen die Pause auf dem Schulhof oder in der Schulaula.

Im Bedarfsfall erhalten Schüler in enger Absprache mit der Klinik eine Schulwegbegleitung durch FSJ-Leistende oder Fachpersonal.

Der Unterricht findet in möglichst leistungshomogenen Kleingruppen statt (Grundstufe max. 6 Schüler, sonst bis zu 8 Schüler). Es werden keine Gruppierungen nach Krankheitsbildern vorgenommen. Einzelunterricht kann mit der Perspektive des Aufbaus von Sozialverhalten und zur Beziehungsaufnahme zwischen Schülern und Lehrern übergangsweise angeboten werden. Sofern das Krankheitsbild einen Schulbesuch nicht zulässt, werden Schüler mit eingeschränktem Unterrichtsumfang auf den Stationen unterrichtet.

6. Welches sind unsere Unterrichtsinhalte?

Die Unterrichtsinhalte orientieren sich an den Kerncurricular und Lehrplänen der entsprechenden Schulformen.

Die Inhalte des Unterrichts werden in einem täglich zu führenden Klassenbuch dokumentiert.

 7.    Wie bewerten wir unsere Schüler bzw. welche Abschlüsse können sie erreichen?

Zum Entlassungs- oder Zeugnistermin wird vom Klassenlehrer unter Einbeziehung der Fachkollegen ein Schulbericht angefertigt. Er beinhaltet unter Berücksichtigung des Beobachtungszeitraumes folgende Schwerpunkte:


o    Arbeits- und Sozialverhalten
o    Entwicklungsverlauf
o    Unterrichtsinhalte
o    Schulischer Leistungsstand
o    Empfehlungen und Prognosen zur weiteren Beschulung



Dieser Schulbericht wird der Stammschule oder aufnehmenden Schule sowie der Station zur Kenntnisnahme zugestellt. Eine zu den Zeugnisterminen auszustellende Schülerbeurteilung enthält eine rechtskräftige Angabe über die Versetzung oder Nichtversetzung. Die Rehbergschule ist berechtigt und beauftragt, im gegebenen Falle folgende Schulabschlüsse zu erteilen:

-    Realschulabschluss
-    Hauptschulabschluss
-    Förderschulabschluss

In der Regel werden die Abschlüsse in Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen und Stammschulen oder intern im Hause erteilt. Bei nicht mehr schulpflichtigen Schülern besteht die Möglichkeit durch gezielte Vorbereitung externe Abschlussprüfungen abzulegen.

8. Wer arbeitet bei uns?

An der Rehbergschule Herborn arbeiten derzeit (Stand: Schuljahr 2016/2017) 16 Lehrkräfte, 1 Sozialpädagoge, eine U+-Kraft, 2 FSJ-Leistende (bis Ende Juli) und eine Bürokraft. Das Kollegium setzt sich zusammen aus:

•    Grundschullehrer
•    Förderschullehrer
•    Haupt- u. Realschullehrer
•    Gymnasiallehrer
•    Berufsschullehrer

9. Räumliche Rahmenbedingungen der Rehbergschule

Die Rehbergschule verfügt in Herborn seit Beginn des Jahres 2002 über ein eigenständiges, von Grund auf erneuertes Schulgebäude, welches sich ca. 200 Meter räumlich getrennt vom Klinikgebäude auf dem Gelände der Vitos Herborn gGmbH befindet (Haus 9).
Mit dem Umzug in dieses Gebäude hat sich die bisher beengte Raumsituation entscheidend entspannt und ermöglicht jetzt ein pädagogisch sinnvolles Unterrichten aller Schülergruppen unter einem Dach, mit Schulweg und den räumlich und sächlich nahezu optimalen Bedingungen:

•    14 ansprechend und individuell gestaltete Klassenräume für jede Lehrkraft, ausgestattet mit den neuesten Medien, Internetanschluss und Telefon, drei davon als Großgruppenräume für gemeinsamen Unterricht ausgelegt
•    1 für die naturwissenschaftlichen Belange ausgestatteter Physik-/ Chemieraum, der gleichzeitig als Klassenraum genutzt wird
•    1 Musikraum
•    1 Werkraum
•    1 Raum für die Schulsozialarbeit
•    1 Lehrerzimmer
•    Schulbuchsammlung, Biologie, Materialsammlung, Kopierer sowie Kellerräume zur Aufbewahrung von Material
•    Eine Schülerbibliothek
•    1 Aula mit Bühne, Sitzmöbeln und Spielgeräten für die Pause.
•    Außengelände als Schulhof
•    Für die Pause stehen den Schülern Tischtennis, Trampolin, Hängematte und andere Geräte zum Spielen zur Verfügung.
•    ausreichende sanitäre Anlagen für Schüler, Lehrkräfte/Bedienstete.


Für die Verwaltung der Schule stehen ein Sekretariat und zwei Schulleitungsbüros zur Verfügung.

 

 

 

 Zusammenarbeit mit abgebenden und aufnehmenden Schulen

Formale Zusammenarbeit

Stammschule -> Rehbergschule:

•    Kopie des Schülerstammblattes und des letzten Zeugnisses.

•    Formblatt zur Erfassung der schulischen Daten, Unterrichtsinhalte und Einschätzung des Sozial-, Lern- und Leistungsverhaltens (siehe Anlagen).

Rehbergschule -> Stammschule:

•    Schulbericht (siehe Punkt 7.)
In Absprache mit den Stammschulen wird die Erstellung von Zeugnissen vorgenommen. Um den Schülern eine neutrale Dokumentation ihrer Schullaufbahn zu ermöglichen, ist die Ausstellung der Zeugnisse, insbesondere der Abschluss- und    Bewerbungszeugnisse, durch die Stammschulen wünschenswert.

•    Aufnahmegespräch bei probeweiser externer Beschulung
Zur Reintegration in den Regelschulbereich und als Belastungserprobung organisiert die Rehbergschule in enger Absprache mit den behandelnden Therapeuten externe Schulversuche. Dazu wird vorab ein Aufnahmegespräch unter Beteiligung des Lehrers der Rehbergschule, des Schüler und eines autorisierten Mitarbeiters der Klinik an der in Frage kommenden Schule durchgeführt. Im Verlauf der externen Beschulung wird durch den Lehrer der Rehbergschule der Kontakt mit der aufnehmenden Schule gepflegt.

Informelle Zusammenarbeit

Jeder Lehrer der Rehbergschule hat die Möglichkeit, telefonisch oder schriftlich Kontakt zu den Stammschulen und speziell zu den Klassenlehrern der Schüler herzustellen, um sich weitergehende Informationen zu verschaffen und eine Reintegration vorzubereiten. In diesem Zusammenhang sind auch die Familiengespräche zu nennen, an denen Lehrer der aufnehmenden oder abgebenden Schulen, Vertreter der Stationen und Lehrer der Rehbergschule Perspektiven für die weitere Beschulung der Schüler entwickeln.

 

Lehrerfortbildung

Für die jüngste Förderschulform in Deutschland, Schule mit dem Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler, wird in Hessen bisher kein Zusatzstudium oder Grundstudium angeboten, so dass Lehrer sich für ihre Fortbildung aus Veranstaltungen des Schulamtes,  der Universitäten und bei freien Anbietern die für sie relevanten Angebote heraussuchen müssen.

Neben einer fachbezogenen Fortbildung ist es erforderlich, über Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten der psychisch erkrankten Schüler informiert zu sein.

Nur so kann dem sonderpädagogischen Auftrag der Schule mit dem Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler entsprochen werden. Dieser beinhaltet:
•    Wahrnehmung der physischen und psychischen Verfassung kranker Kinder und Jugendlicher,
•    Entwicklung spezieller krankenpädagogischer Unterrichtskonzepte
•    Gewährleistung einer adäquaten Kooperation mit dem Klinikpersonal
•    Anbahnung einer interdisziplinär vernetzten individuellen Hilfe für den schulischen Bereich,
•    Vorbereitung einer Reintegration in öffentliche Schulen

Fortbildung geschieht bisher an der Rehbergschule durch folgende Teilangebote:
a)    Interne Fortbildung in pädagogischen Konferenzen, speziell durch Berichte über besuchte Fortbildungsveranstaltungen einzelner Kollegen.
b)    Teilnahme und Mitwirkung an interner und öffentlicher Kliniksfortbildung
c)    Fortbildungsveranstaltungen freier Anbieter
d)    Pädagogische Tage unter Assistenz des IQE
e)    Teilnahme an der Jahrestagung des Arbeitskreises Schule und Psychiatrie (SchuPs)
f)    Eigenstudium entsprechender Fachliteratur

Der Beitrag der Rehbergschule
im multiprofessionellen Team der Rehbergklinik

1. Pädagogische Kompetenz
-    Bereitschaft zur Erweiterung der eigenen pädagogischen Kompetenz
-    Verantwortungsbewusstsein für die spezifische Arbeitssituation in einem psychiatrischen Krankenhaus
-    Kritische Selbstwahrnehmung
-    Verantwortungsbewusstsein für die eigene Psychohygiene

2. Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation
-    Klärung der eigenen Rollendefinition (wie unterscheidet sich die Lehrerprofession von anderen?)
-    Anerkennung der Profession anderer Mitarbeiter

3. Kooperationsmomente
-    Wöchentliche Koordinationskonferenz
-    Gemeinsame Familiengespräche (zu schulischen Fragestellungen)
-    Teilnahme an Behandlungsplanungen im klinischen Team
-    Gesprächstermine mit klinischen Mitarbeitern nach Absprachen
-    Gemeinsame Fortbildung
-    Teilnahme der Schulleitung an der Klinikkonferenz
-    Jährliche Reflexionsgespräche mit den einzelnen Stationen

Zusammenarbeit mit der Klinik

Eine Kooperation zwischen Schule und Klinik findet statt:

-    Bei Aufnahme in die Klinikschule
-    Während des Aufenthaltes in der Klinikschule
-    Bei der Entlassung aus der Klinikschule

Bei der Aufnahme

-    Neuanmeldungen/ Wiederaufnahmen von Schülern erfolgen immer donnerstags in der Koordinationskonferenz. Der Unterricht beginnt für diese Schüler immer an dem darauf folgenden Montag.

Ausnahmen:
*    Anmeldungen zum Schulbeginn nach den Sommerferien
*    Intervallbehandlungen
*    Notaufnahmen
*    Kriseninterventionen

-    Eine Anmeldung für Schüler mit fest terminierter Klinikaufnahme kann in der offiziellen Koordinationskonferenz vorab erfolgen. Der Unterrichtsbeginn für die Schüler in der Rehbergschule erfolgt nach individueller Absprache mit dem zugeordneten Klassenlehrer.

-    Als zusätzliches Angebot bietet die Rehbergschule vorab den Patienten Einzelberatungsstunden an. Diese werden von einem Kollegen wöchentlich angeboten und können als Vorbereitung zum Besuch der Rehbergschule (Erstkontakt) oder zur Schullaufbahnberatung genutzt werden.

-    Vorstellen der neuen Schüler mittels Einweisungsantrag (Inhalte sind dem Anmeldeblatt zu entnehmen)

-    Die Schweigepflichtsentbindung der Personensorgeberechtigten gegenüber der Stammschule und Rehbergschule muss bei Aufnahme in die Rehbergschule mit dem Einweisungsformular vorliegen. Nur in Ausnahmefällen ist ein Nachreichen des Formblattes möglich.

-    Fehlen bei der Anmeldung wichtige Informationen, erfolgt in der Regel keine Aufnahme in die Rehbergschule.

Während des Aufenthaltes

Regelmäßiger Informationsaustausch bei Verhaltens- und Leistungsänderungen:

1.    Während der wöchentlichen zweistündigen Koordinationskonferenz werden aktuelle Entwicklungen besprochen:
-    Schullaufbahnentwicklung
-    gesundheitliche Situation
-    Leistungsvermögen
-    Sozialverhalten auf der Station und in der Rehbergschule
-    Individuelle Termine mit Stationsmitarbeiter und Einladungen zu Behandlungsplanungen werden nach Bedarf abgesprochen.

2.    Konferenzen mit einzelnen Stationen
Ergänzend zu den regelmäßig stattfindenden Schul- u. Klinikkonferenzen wird dem zusätzlichen stationsspezifischen Gesprächsbedarf durch stationsinterne Konferenzen unter Einbeziehung der betroffenen Lehrkräfte und Stationsmitarbeitern entsprochen. Es wird angestrebt, diese Konferenzen auf den 5 Stationen der Rehbergklinik im jährlichen Rhythmus durchzuführen.

3.    Teilnahme der Schulleitung an der wöchentlichen Klinikkonferenz

4.    Terminabsprachen bzgl. Therapie- und Stundenplan, Familiengesprächen, Arztbesuchen, etc.

5.    Unterrichtsumfang nach Absprache mit der Klinik,
Absprache über Hausaufgabenhilfe (Betreuung durch die FSJ- Leistende möglich),
Schulwegbegleitung (wie oben geregelt)

6.    Abstimmung bei externer Beschulung:
Station und Schule haben die Möglichkeit, einen probeweise externen Schulversuch vorzuschlagen.  Der Schüler soll von diesen gemeinsam nach Zustimmung der Personensorgeberechtigten in der aufnehmenden Schule vorgestellt werden.
Der Verlauf des Schulversuches wird regelmäßig reflektiert.
Bei vorzeitiger Beendigung des externen Schulbesuchs werden die Personensorge-berechtigten umgehend informiert.

7.    Übermittlung von relevanten Informationen durch die Rehbergklinik zur Ergänzung der Schülerberichte (z.B. Tests, Verhaltensbeobachtung, Anamnese)

8.    Gemeinsame Projekte, z.B. Fortbildungsveranstaltungen, Sommerfeste

9.    Hospitation im Unterricht
Mitarbeiterinnen der einzelnen Stationen können nach Absprache mit den Lehrern den Unterricht besuchen.
Lehrer bekommen die Möglichkeit am Stationsalltag teilzunehmen.

Bei der Entlassung

-    Abmeldung der Schüler innerhalb der Koordinationskonferenz
-    Gegebenenfalls Kontaktaufnahme mit der Stammschule bzw. der neuen Schule
-    Schulbericht / Zeugnis über Verhalten und Leistungen im Unterricht während des Klinikaufenthaltes, an die Station zur Kenntnisnahme

Neben allen regelmäßigen Koordinationsterminen sind allgemeine informelle Kontakte für das Miteinander zwischen Schule und Klinik wünschenswert.

 

Öffnung der Rehbergschule

Öffnung der Rehbergschule zu außerschulischen Lernorten:

Zusammenarbeit mit heimischen Wirtschaftsunternehmen

Zwischen der Rehbergschule und heimischen Ausbildungsbetrieben werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit eruiert. Angedacht sind sog. “Schnuppertage“ und Betriebspraktika, aber auch Begegnungsforen zwischen Schülern und Auszubildenden.
In Absprache mit den behandelnden Therapeuten und den Betrieben können für die Schüler der Rehbergschule Betriebspraktika initiiert, durchgeführt und von der jeweiligen Lehrkraft betreut werden.
Seit dem Schuljahr 2009/2010 läuft ein Projekt mit der Fa. Rittal (Klassen 8/9, mittwochs 8.00 bis 11.00 Uhr, Ausbildungswerk Wissenbach). Seit dem Schuljahr 2012/2013 gibt es ein Projekt in Kooperation mit der Stadt Herborn und der kath. Kirche zur Kampagne „Stadt des fairen Handels“.

Exkursionen

Im Rahmen des Unterrichts werden Exkursionen zu außerschulischen Lernorten durchgeführt, wenn es das Krankheitsbild der Schüler zulässt. Dazu können die Beförderungsmittel der Klinik nach Anmeldung und der schuleigene Bus genutzt werden.


Öffnung der Schule für Praktika und zur Transparenz unserer Arbeitsweise

Die Rehbergschule bietet in Absprache die Möglichkeit von Praktika an, z. B. für die Studienseminare zur Lehrerausbildung oder für Sozial- u. Schulpraktika.
Zur Information über unsere Arbeit sind in Absprache auch Hospitationen, z. B. durch die Klinikmitarbeiter, Lehrkräfte der Stammschulen oder sonstige Interessierte möglich und erwünscht.

Stand: 2017

Download des kompletten Schulprofils im PDF-Format

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